Der Vater der Braut

Sonntag 02.07.2017 19:00 Uhr
Brigitte Karner – Rezitation Peter Simonischek – Rezitation Ensemble Leones – Musik

Ruine Dobra
3594 Franzen
Waldviertel

 

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Das anonym verfasste Kudrunlied wurde vermutlich als versöhnlichere Antwort auf die absolute Katastrophe am Ende des Nibelungenliedes gedichtet.

Brigitte Karner und Peter Simonischek schlüpfen in die sich gegenüberstehenden Geschlechterrollen.

Das anonyme Kudrunlied, vielleicht als versöhnliche Antwort auf das unweigerlich in der Katastrophe endende Nibelungenlied gedichtet, hat eine ganz ähnliche Strophenform und wurde sicher ebenfalls gesungen vorgetragen.

Die Abfolge ist bekannt: Umwerbung einer Frau, danach Konflikt und Kampf, denn der Vater der Braut lässt fast alle Brautwerber töten. Doch auf Krieg und Schmerz folgt das „glückliche Ende“ in Form einer Hochzeit.

Brigitte Karner und Peter Simonischek schlüpfen in die sich gegenüberstehenden Geschlechterrollen. Das Ensemble Leones spielt dazu Lieder des „Anti-Minnesängers“ Neidhart, der seine Szenarien im rauen dörflichen Geschehen verankert.

Brigitte Karner

– Rezitation

Brigitte Karner, geboren in Kärnten, schloss ihre Schauspielausbildung an der Schauspielakademie Zürich ab. Anschließend wurde sie rasch durch Theaterengagements in Österreich, der Schweiz und Deutschland bekannt, bevor sie sich auch als Film- und Fernsehdarstellerin einen Namen machte.

So spielte sie u. a. am Schauspielhaus Zürich in Schnitzlers „Anatol“, der „Liebelei“ und in Gogols „Die Heirat“.

Unter anderem wirkte sie in der 13-teiligen englisch-amerikanischen Serie „Game, Set and Match“ (1988), dem Fernsehmehrteiler „Der große Bellheim“ (1993) und dem Liebesdrama „Utta Danella – Prager Geheimnis“ (2012) mit. Regelmäßig steht sie auch in Krimiserien wie „Derrick“, „Ein Fall für Zwei“ oder „Tatort“ vor der Kamera.

Für ihre Darstellung der Gina in Henrik Ibsens „Die Wildente“ am Wiener Theater in der Josefstadt 2003 erhielt die Künstlerin eine Nominierung für den begehrten Nestroy-Preis.

Neben ihren vielfältigen persönlichen Engagements liegt Brigitte Karner die Ausbildung der neuen Schauspielgeneration am Herzen. In der privaten Schauspielschule von Elfriede Ott entwickelt und trainiert sie mit ihren StudentInnen anhand lyrischer Texte neue schauspielerische Ausdrucksformen.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit sind Rezitationsabende und Lesungen, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Peter Simonischek abhält. Mit diesem lebt sie gemeinsam in Wien und in der Oststeiermark.

Peter Simonischek

– Rezitation

In Graz (Österreich) geboren, lernt er zunächst im väterlichen Betrieb Zahntechniker und studiert an der Technischen Hochschule Graz Architektur, bevor er an der Grazer Akademie für Musik und darstellende Kunst seiner Leidenschaft für das Schauspiel nachgeht.

Nach seinem Studium ist er zunächst an verschiedenen Theatern in St. Gallen, Bern und Düsseldorf engagiert, unter anderem unter der Regie von Michael Haneke.

1979 wird er Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne und spielt dort beispielsweise unter der Leitung von Peter Stein, Klaus Michael Grüber, Luc Bondy, Bob Wilson und Andrea Berth.

Bereits in den 1980er Jahren ist Peter Simonischek in mehreren Film- und Fernsehauftritten zu sehen, so etwa in Axel Cortis „Das eine Glück und das andere” und „Herrenjahre”. In dem dreiteiligen Revolutionsdrama „Lenz oder die Freiheit“ spielt er unter der Regie von Dieter Berner die Titelrolle.

Mit Margarethe von Trottas „Fürchten und Lieben“ (mit Fanny Ardant und Greta Scacci) schafft er dann den Schritt auf die Kinoleinwand. Haupt- und Nebenrollen in vielen TV-Filmen und Serien folgen, für „Liebesjahre“ (Regie: Matti Geschonnek) erhält er 2012 seinen zweiten Grimme-Preis – 2015/2016 steht er unter anderem als Stockinger in „Bergfried“ (Regie: Jo Baier) und als Josef von Traunstein in „Das Sacher. Die Geschichte einer Verführung“ (Regie: Robert Dornhelm) vor der Kamera.

Außerdem dreht er immer wieder Kinofilme wie „Gebürtig“ (Regie: Robert Schindel, Lukas Stepanik), „Der Berg“ (Regie: Markus Imhoof), „Hierankl“ (Regie: Hans Steinbichler), „Rubinrot“, Saphirblau“ und „Smaragdgrün“ (Regie: Felix Fuchssteiner) und „Die Welt der Wunderlichs“ (Regie: Dani Levi).

Als Titelfigur in Maren Ades „Toni Erdmann“ (2016) feiert Peter Simonischek große Erfolge: Im Dezember 2016 erhält er für diese Rolle den Europäischen Filmpreis 2016 als „Bester Hauptdarsteller“. Der Film selbst gewinnt den Europäischen Filmpreis 2016 noch in vier weiteren Kategorien („Bester Spielfilm“, „Beste Regie“, „Bestes Drehbuch“, „Beste Hauptdarstellerin“), der Film glänzt mit einer Oscarnominierung in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“, auch für den französischen Filmpreis César ist er als „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert.

Außerdem gewinnt Peter Simonischek mit „Toni Erdmann“ den Österreichischen Filmpreis 2017 in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“, die „Lola“, den Deutschen Filmpreis 2017, für die *Beste männliche Hauptrolle“ sowie den ICS Award 2017, ebenfalls in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“. Für die „Beste Komödiantische Leistung im deutschen Film“ für seine Rolle des „Toni Erdmann“ wird Peter Simonischek vom Club der Filmjournalisten Berlin mit dem Ernst-Lubitsch-Preis 2017 ausgezeichnet.

Darüber hinaus wird er unter anderem mit dem international actors award.cologne und der Auszeichnung als „Bester Schauspieler“ beim 45. Festival du Nouveau Cinema in Montreal geehrt. Für sein Lebenswerk erhält Peter Simonischek 2017 die Platin-Romy.

Vorwiegend Bühnenschauspieler, ist Peter Simonischek seit 1999 Mitglied des Wiener Burgtheaters und spielt acht Jahre lang (2002-2009) bei den Salzburger Festspielen die Paraderolle des “Jedermann” in Hofmannsthals gleichnamigem Traditionsstück. 2016 gab er auf den Salzburger Festspielen unter der Regie von Deborah Warner den Prospero in „Der Sturm“. 2017 steht Peter Simonischek für zwei renommierte internationale Produktionen vor der Kamera, spielt unter anderem den Pantalone de‘ Bisognosi in „Der Diener zweier Herren“ am Burgtheater und probt dort außerdem intensiv für eine weitere Premiere im Oktober.

Ensemble Leones

– Musik

Das auf Frühe Musik spezialisierte Ensemble Leones hat sich unter Leitung von Marc Lewon über die Jahre einen exzellenten Ruf bei Publikum und Fachpresse erarbeitet.

Hier sind ausnahmslos Spezialisten am Werk, die ihre Arbeit durch genaue Kenntnis der originalen Quellen und eine verinnerlichte Vertrautheit mit den historischen Musikstilen untermauern und ihre Konzerte gleichzeitig zu einem virtuosen und lebendigen Klangerlebnis werden lassen.

Ein Markenzeichen ist die Entdeckung bislang unbekannter Werke aus Mittelalter und Renaissance. Hier setzt das Ensemble Leones mit Pionierarbeit und Neuinterpretationen in ihren Konzerten und von der Kritik ausgezeichneten CD-Einspielungen – Preisträger des International Classical Music Awards 2016 – neue ästhetische Akzente.

Das Ensemble, dessen Mitglieder unter anderem der Talentschmiede der Schola Cantorum Basiliensis, der berühmten Schweizer Hochschule für Alte Musik entstammen, konzertiert mit großem Erfolg auf den Bühnen renommierter Festivals wie dem Stockholm Early Music Festival, dem Heidelberger Frühling, RheinVokal, den Niedersächsischen Musiktagen, Oude Muziek Utrecht, oder AMUZ/Laus Polyphoniae in Antwerpen.

Besetzung Klangraum Dobra 2017:
Grace Newcombe – Gesang
Hanna Marti – Gesang, Harfe
Raitis Grigalis – Gesang
Baptiste Romain – Vielle, Crwth, Dudelsack
Marc Lewon – Gesang, Quinterne, Citole; Leitung

www.leones.de
www.facebook.com/ensemble.leones