Heilige Sünderin

Freitag 28.06.2019 20:00 Uhr
Petra Morzé – Rezitation Ensemble Moirai – Musik Ensemble Rumorum – Musik

Ruine Dobra
3594 Franzen
Waldviertel

 

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Ein literarisches Triumvirat – männlich: Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg und Wolfram von Eschenbach sind die drei großen deutschen Epiker um 1200. Von Aues erzählerisches Vermögen wurde von seinen Zeitgenossen sehr geschätzt; die Klarheit seiner Worte und die ineinandergreifende Verbindung seiner Literatur in Form und Gehalt. Sein weltliches Epos „Erec“ erzählt die Geschichte von Erec, der die schönste aller Frauen gewinnt, die Ehre der Artusrunde erfährt und doch die rechte Zeit mit seiner Frau „verliget“.

Petra Morzé liest aus „Erec“

Ein literarisches Triumvirat – männlich: Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg und Wolfram von Eschenbach sind die drei großen deutschen Epiker um 1200. Von Aues erzählerisches Vermögen wurde von seinen Zeitgenossen sehr geschätzt; die Klarheit seiner Worte und die ineinandergreifende Verbindung seiner Literatur in Form und Gehalt. Sein weltliches Epos „Erec“ erzählt die Geschichte von Erec, der die schönste aller Frauen gewinnt, die Ehre der Artusrunde erfährt und doch die rechte Zeit mit seiner Frau „verliget“. Erst über neuerliche Abenteuer den wahren Weg erkennt.

Die ausgehandelten Themen sind derlei viele: der Magnetismus zwischen Macht und Minne. Die erst durch das Verlassen der Führungsrolle gefundene Herrschaftsidentität und ein scheinbares Konzept von Männlich- und Weiblichkeit erfahren eine spannende Auslegung. Gelesen von Schauspielerin Petra Morzé, die neben ihren vielen darstellerischen Engagements, mit „Polly on Tour“ sowie prominenten Kolleginnen alias „Amourhatscher“ dem Beziehungsgeflecht der Geschlechter auch in anderen Formaten lesend auf der Spur ist: wenig mittel- und schon gar nicht -alterlich. Das löst die Zunge für die Geschichte von Erec und Enide. Aus zwei rankt sich die Wurzel des Problems: Mann und Frau.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass am Veranstaltungsort Fotos und/oder Videos angefertigt und zu Zwecken der Dokumentation der Veranstaltung veröffentlicht werden können.

Petra Morzé

– Rezitation

Geboren 1964 in Klagenfurt. Absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz.

Rollen u. a. „Das Mädl aus der Vorstadt“ (R. Jürgen Flimm) bei den Salzburger Festspielen, die Jüdin in „Die Jüdin von Toledo“ am Volkstheater Wien, Roxanne in „Cyrano de Bergerac“ (R. Michael Wallner) am Grazer Schauspielhaus. Am Theater in der Josefstadt spielte sie u. a. Christine in „Liebelei“, Marianne in „G’schichten aus dem Wienerwald“ und Rosa in „Der Verschwender“ unter der Regie von Karlheinz Hackl; Erna in „Das weite Land“ und Toinette in „Der Schwierige“ unter der Regie von Otto Schenk; Rosalinde in Shakespeares „Wie es euch gefällt“ (R. Rosemarie Fendel), Miranda in „Don Juan“ (R. Thomas Birkmeir) und Mrs. Cheveley in „Ein idealer Gatte“ (R. M. Gampe). Bei den Festspielen Reichenau war sie als Illona in Schnitzlers „Anatol“ (R. Thomas Birkmeir), als Amelie in „Eine blassblaue Frauenschrift“ (R. Helmut Wiesner), als Genia in Schnitzlers „Das weite Land“ (R. Beverly Blankenship), als Elena in Tschechows „Onkel Wanja“ (R. Bernd Birkhahn), als Marie in Bahrs „Das Konzert“ (R. Götz Spielmann), als Olga in Tschechows „Die drei Schwestern“ (R. Maria Happel) und als die Schauspielerin in Schnitzlers „Der Reigen“ (R. Helmut Wiesner) zu sehen.

Seit der Spielzeit 2001/2002 spielt sie am Burgtheater. Rollen u. a. in Botho Strauß’ „Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia“ (R. Dieter Giesing,), Else in Schnitzlers „Anatol“ (in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen, R. Luc Bondy), Jennifer in Bernhard Studlars „Transdanubia Dreaming“ (UA, R. Nicolas Brieger), Abby Prescott in „Tag der Gnade“ von Neil LaBute (R. Friederike Heller, ÖE 2003), Auguste/Josephine in „Zettelträger Papp oder Meine Frau hat eine Grille“, drei Einakter von Johann Nestroy (R. Robert Meyer, 2004). Sie war in der Uraufführung von Gert Jonkes „Die versunkene Kathedrale“ (R. Christiane Pohle, UA: 18.9.2005), Jackie in der österreichischen Erstaufführung von Elfriede Jelineks „Der Tod und das Mädchen IV – Jackie“ (R. Daniela Kranz), Sveta in Igor Bauersimas und Rejane Desvignes „Boulevard Sevastopol“ (R. Igor Bauersima, 2006), Lindsay in Neil LaButes „Some Girl(s)“ (R. Dieter Giesing, 2006), in „Spuren der Verirrten“ von Peter Handke (R. Friederike Heller, ÖEA 2007), Gräfin Terzky in Schillers „Wallenstein“ (R. Thomas Langhoff, 2007), in der Romandramatisierung nach Thomas Mann „Doktor Faustus – my love is as a fever“ (R. Friederike Heller, 2008), in Andreas Liebmanns „explodiert“ (UA, R. Cornelia Rainer 2009), in der Junk Opera „Struwwelpeter“ von P. McDermott/J. Crouch/M. Jacques nach Motiven von Heinrich Hoffmann (R. Stefan Pucher, 2009), Octavia in William Shakespeares „Antonius und Cleopatra“ (R. Stefan Pucher, 2009), Prostituierte in „Stroszek“ nach einem Film von Werner Herzog (R. Carina Riedl), Frau Cathérine in August Strindbergs „Rausch“ (R. Stefan Pucher, 2011). In Michael Laubs „Burgporträts“ (R. Michael Laub, 2011), Lady Capulet in William Shakespeares „Romeo und Julia“ (R. David Bösch, 2011), Mrs. Darling in James Matthew Barries „Peter Pan“ in einer Fassung von Peter Raffalt (R. Annette Raffalt, 2011), Eunice Hubbel in Tennessee Williams „Endstation Sehnsucht“ (R. Dieter Giesing, 2012), in David Greigs „Yellow Moon“ (R. Peter Raffalt, 2012), Dagmar in „Der Komet“ von Justine del Corte, (UA, R. Schimmelpfennig, 2012), in Walter Serners „Die Tigerin“ (R. Sarantos Zervoulakos, 2013), in „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke (R. Katie Mitchell 2014) und in „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus (R. Georg Schmiedleitner, 2014) und als Schwester #1 in „die unverheiratete“ von Ewald Palmetshofer (R. Robert Borgmann, 2014), Mutter in „Engel des Vergessens“ von Maja Haderlap (UA, R. Georg Schmiedleitner 2015), in „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ von Joël Pommerat (R. Peter Wittenberg, 2016), Ämilia, Äbtissin in Ephesus und Frau des Ägeon in „Die Komödie der Irrungen“ von William Shakespeare (R. Herbert Fritsch, 2017), Frau Werner in „Kartonage“ von Yade Yasemin Önder (R. Franz-Xaver Mayr, 2017), In UA „Willkommen bei den Hartmanns“ von Simon Verhoeven (R. Peter Wittenberg, 2017), Frau Ill in „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt, (R. Frank Hoffmann, 2018, Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen), Lotte Lindenthal in „Mephisto“ von Klaus Mann (R. Bastian Kraft, 2018), Frau Russek in „Der Kandidat“ von Carl Sternheim nach Flaubert (R. Georg Schmiedleitner, 2018), „Zelt“ von Herbert Fritsch (R. Herbert Fritsch 2019).

Neben ihrer Tätigkeit am Theater ist sie seit den 90er-Jahren regelmäßig im Fernsehen und in bekannten Fernsehserien zu sehen, u. a. in „Kommissar Rex“, „Schlosshotel Orth“, „Tatort“. Hervorzuheben ist dabei ihre Titelrolle in der Serie „Polly Adler − Eine Frau sieht rosa“ (Regie Peter Ily-Huemer, Koproduktion des ORF und teamWorx Television&Film, ausgeführt von Cult-Film, 2005 und 2007), für die sie 2006 für den ROMY nominiert wurde.
Im Film war sie u. a. zu sehen als Eva in „Antares“ (R. Götz Spielmann, 2003), in „Import Export“ (R. Ulrich Seidl, Seidl-Film-Produktion 2005, 2007 zu den Filmfestspielen nach Cannes eingeladen), als Linda in „42+“ (R. Sabine Derflinger, Dor Film und Verleih Filmladen 2006), „Nordwand“ (R. P. Stölzl 2007, DOR Film/Medien Kontor), in „Lourdes“ (R. J. Hausner 2008, coop99), in „Tabu – Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden“ (R. C. Stark, 2010) und in „Ma Folie“ (R. A. Mracnikar, 2013).
Sie hat auch zahlreiche Hörspiele aufgenommen und wurde dafür von der ORF-Hörspiel-Jury zur „Schauspielerin des Jahres 2014“ gekürt.

Ensemble Moirai

– Musik

Moirai ist ein Ensemble, das sich auf die historisch informierte Aufführung der Musik des Früh- und Hochmittelalters spezialisiert. Das Ensemble wurde von Sängerin Hanna Marti und Flötistin Mara Winter in Reykjavík im Oktober 2015 gegründet: Dort trafen sich die zwei Musikerinnen, um den Gesängen und Geschichten der mittelalterlichen Edda nachzuforschen.

Moirais musikalisches Arbeitsgebiet umfasst eine große Bandbreite an historisch fundierten und musikwissenschaftlich spezialisierten Konzertprojekten. Je nach Programm werden weitere Musiker und Musikerinnen beigezogen. Die Musik findet das Ensemble direkt in den uns überlieferten Manuskripten, doch Moirai will der mittelalterlichen Musikkultur noch näherkommen: Ein Hauptfokus richtet sich auf das Re-Kreieren von mittelalterlicher Musik, die im Mittelalter gesungen und gespielt, jedoch nicht niedergeschrieben wurden. Stattdessen waren diese Stücke Teil eines gesungenen Repertoires, das mündlich von SängerIn zu SängerIn weitergegeben wurde und so mehreren Generationen erhalten blieb, ohne dass es je nötig war, das Stück zu notieren. Mit dem Bruch einer solchen mündlichen Tradition sind ihre Lieder verstummt und sind uns nur als Texte, zum Teil mit einigen schematischen Erinnerungshilfen zur Melodie, überliefert.

Um plausible Rekonstruktionen solcher „verstummter Lieder“ finden zu können, befasst sich Moirai zuerst eingehend mit dem musikalischen (und künstlerischen) Stil der Zeit und des Ortes. Durch die Analyse von uns bekannten Stücken und/oder verwandten Traditionen kreiert das Ensemble eine Art Compendium musikalischer Materialien und Gesten – eine Art Vokabular und Syntax. Dieses Compendium dient dann dazu, ein stilistisch kohärentes Musikstück zu re-kreieren. Moirai arbeitet in diesem Prozess normalerweise ohne moderne Musik-Notation, um möglichst nahe an den Arbeitsmethoden der mittelalterlichen Musikszene zu bleiben.

Mit dieser Methode gelingt es Moirai, eine verstummte musikalische Tradition wieder zu beleben. Indem das Ensemble ohne musikalische Notation, sondern nur mit den Texten und einigen mnemonischen Notizen zur Melodie arbeitet, nähert sich Moirai dem kreativen Prozess und der Gedankenwelt des mittelalterlichen Musikers/der mittelalterlichen Musikerin an.

Moirai wird geleitet von Mara Winter und Hanna Marti.

Besetzung Klangraum Dobra 2019 (Partnerprojekt Ensemble Moirai und Ensemble Rumorum):
Hanna Marti, Gesang und Harfe
Grace Newcombe, Gesang und Harfe
Ozan Karagöz, Gesang
Mara Winter, Flöten und Gesang
Félix Verry, Fidel

www.moirai-ensemble.com
www.facebook.com/moiraiensemble

Ensemble Rumorum

– Musik

Rumorum, unter der Leitung von Grace Newcombe, ist ein gemischtes Vokal- und Instrumentalensemble, welches sich auf Musik aus dem 12. bis 15. Jahrhundert spezialisiert hat.

Unter anderem hat Rumorum, seit der Gründung im Jahre 2015, zwei Preise vom York International Young Artists Competition ergattert (2017), eine Tournee durch die Niederlande zum Festival Oude Muziek durchgeführt (2018) und wurde als Emerging European Ensemble im Rahmen des EEEmerging-Programms ausgewählt (2018-heute).

Besetzung Klangraum Dobra 2019 (Partnerprojekt Ensemble Moirai und Ensemble Rumorum):
Hanna Marti, Gesang und Harfe
Grace Newcombe, Gesang und Harfe
Ozan Karagöz, Gesang
Mara Winter, Flöten und Gesang
Félix Verry, Fidel

www.rumorum.com
www.facebook.com/rumorum