Verletzte Kämpferin

Samstag 29.06.2019 20:00 Uhr
Karl Markovics – Rezitation Ensemble Moirai – Musik Ensemble Rumorum – Musik

Ruine Dobra
3594 Franzen
Waldviertel

 

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Hojotoho, Hojoto! Mit lüsternen Kampfesrufen erscheinen die Walküren am Spielfeld des „Ring des Nibelungen“. Der Walkürenritt Richard Wagners saust durch die Ohren und mit ihm Brünnhilde, die Lieblingstochter Wotans, als hätte er nur eine … Brünnhilde, ein „Entwicklungsroman“ im Nibelungenlied.

Karl Markovics liest aus dem Nibelungenlied

Hojotoho, Hojoto! Mit lüsternen Kampfesrufen erscheinen die Walküren am Spielfeld des „Ring des Nibelungen“. Der Walkürenritt Richard Wagners saust durch die Ohren und mit ihm Brünnhilde, die Lieblingstochter Wotans, als hätte er nur eine … Brünnhilde, ein „Entwicklungsroman“ im Nibelungenlied. Sie emanzipiert sich, rebelliert gegen den Vater und dessen Gebot, Siegmund zu töten. Aus Liebe und mit fatalen Folgen: sie wird zum Menschen, eine sterbliche Frau. Ihr Liebesglück mit Siegfried gilt mehr als ihre Mission – eine Art Biedermeier. Der Traum vom häuslichen Glück. Brünnhilde wird dramatisch genug mittels krummer Verstrickungen mitschuldig am Tod ihres geliebten Siegfried.

Die wahren Zusammenhänge stehen am Ende − am Ende des Fluches. Erst der Untergang aller nährt die Utopie eines möglichen Neuen. Im Zentrum des Abends stehen die Aventüren 6–10: das Werben Gunthers und die Unterwerfung bis zur Hochzeit von Brünnhilde.

Karl Markovics schlüpft in die Rolle der „verletzten Kämpferin“. Seine Filme „Atmen“ und „Superwelt“, seine Erzählkunst sind die Leinwand für großes Ohrenkino. Hojotoho! Horchen auf die leisen, verletzten Töne der Streitbaren.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass am Veranstaltungsort Fotos und/oder Videos angefertigt und zu Zwecken der Dokumentation der Veranstaltung veröffentlicht werden können.

Karl Markovics

– Rezitation

Karl Markovics begann seine Laufbahn 1982 am Wiener Serapionstheater. Ab 1985 trat er in Michael Schottenbergs „Theater im Kopf“ ebenso wie in Karl Welunscheks legendärem „Wiener Ensemble“ auf.

Seine erste Filmrolle übernahm Markovics 1991 in dem Kinofilm «Hund und Katz» von Michael Sturminger. 1993 spielte er den Kirchingerwirt in Paul Harathers tragikomischem Roadmovie «Indien».

Einem breiteren Publikum wurde der zweifache «Romy»-Preisträger als Bezirksinspektor Stockinger, zuerst in der österreichischen Krimiserie „Kommissar Rex“, danach in der Spin Off-Serie «Stockinger» bekannt.

Es folgten zahlreiche Film-und Fernsehrollen, u. a. in „Drei Herren“, „Hinterholz 8“, „Late Show“, „Komm, süßer Tod“, „Franz Fuchs – ein Patriot“ und in über 50 weiteren nationalen und internationalen Produktionen. So spielte Karl Markovics an der Seite von Liam Neeson im Thriller „Unknown Identity“, zusammen mit Harvey Keitel und Ralph Fiennes in „The Grand Budapest Hotel“ oder im Vorjahr unter der Regie von Terrence Malick in dessem neuesten Werk „Radegund“.

Die Hauptrolle des Salomon Sorowitsch in Stefan Ruzowitzkys Film „Die Fälscher“ (2007), der 2008 als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, war Markovics’ bislang größter internationaler Erfolg.

2009 war er zusammen mit anderen österreichischen Filmschaffenden Mitbegründer der Akademie des Österreichischen Films. 2011 gab er mit dem Spielfilm «Atmen“ sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor. Die Produktion mit Thomas Schubert in der Hauptrolle wurde in die Reihe „Quinzaine des réalisateurs“ der 64. Filmfestspiele von Cannes eingeladen, mit 40 internationalen Preisen ausgezeichnet, sowie 2012 mit 6 Österreichischen Filmpreisen ausgezeichnet.  Sein zweiter Kinofilm „Superwelt“, mit Ulrike Beimpold in der Hauptrolle, hatte 2015 bei den 65. Filmfestspielen von Berlin seine Welturaufführung.

Neben seiner Arbeit vor und hinter der Kamera tritt Karl Markovics in den letzten Jahren vermehrt als Interpret von musikalisch-literarischen Programmen auf. So bestritt er gemeinsam mit dem Akkordeonisten Kszysztof Dobrek und dem Geiger Aliosha Biz den Abend „Meine Winterreise“ im Gläsernen Saal/Musikverein, oder stand zusammen mit dem Ensemble Barucco in der Produktion „The King Arthur Seance“ von Helmut Jasbar auf der Bühne des Theaters an der Wien.

Ensemble Moirai

– Musik

Moirai ist ein Ensemble, das sich auf die historisch informierte Aufführung der Musik des Früh- und Hochmittelalters spezialisiert. Das Ensemble wurde von Sängerin Hanna Marti und Flötistin Mara Winter in Reykjavík im Oktober 2015 gegründet: Dort trafen sich die zwei Musikerinnen, um den Gesängen und Geschichten der mittelalterlichen Edda nachzuforschen.

Moirais musikalisches Arbeitsgebiet umfasst eine große Bandbreite an historisch fundierten und musikwissenschaftlich spezialisierten Konzertprojekten. Je nach Programm werden weitere Musiker und Musikerinnen beigezogen. Die Musik findet das Ensemble direkt in den uns überlieferten Manuskripten, doch Moirai will der mittelalterlichen Musikkultur noch näherkommen: Ein Hauptfokus richtet sich auf das Re-Kreieren von mittelalterlicher Musik, die im Mittelalter gesungen und gespielt, jedoch nicht niedergeschrieben wurden. Stattdessen waren diese Stücke Teil eines gesungenen Repertoires, das mündlich von SängerIn zu SängerIn weitergegeben wurde und so mehreren Generationen erhalten blieb, ohne dass es je nötig war, das Stück zu notieren. Mit dem Bruch einer solchen mündlichen Tradition sind ihre Lieder verstummt und sind uns nur als Texte, zum Teil mit einigen schematischen Erinnerungshilfen zur Melodie, überliefert.

Um plausible Rekonstruktionen solcher „verstummter Lieder“ finden zu können, befasst sich Moirai zuerst eingehend mit dem musikalischen (und künstlerischen) Stil der Zeit und des Ortes. Durch die Analyse von uns bekannten Stücken und/oder verwandten Traditionen kreiert das Ensemble eine Art Compendium musikalischer Materialien und Gesten – eine Art Vokabular und Syntax. Dieses Compendium dient dann dazu, ein stilistisch kohärentes Musikstück zu re-kreieren. Moirai arbeitet in diesem Prozess normalerweise ohne moderne Musik-Notation, um möglichst nahe an den Arbeitsmethoden der mittelalterlichen Musikszene zu bleiben.

Mit dieser Methode gelingt es Moirai, eine verstummte musikalische Tradition wieder zu beleben. Indem das Ensemble ohne musikalische Notation, sondern nur mit den Texten und einigen mnemonischen Notizen zur Melodie arbeitet, nähert sich Moirai dem kreativen Prozess und der Gedankenwelt des mittelalterlichen Musikers/der mittelalterlichen Musikerin an.

Moirai wird geleitet von Mara Winter und Hanna Marti.

Besetzung Klangraum Dobra 2019 (Partnerprojekt Ensemble Moirai und Ensemble Rumorum):
Hanna Marti, Gesang und Harfe
Grace Newcombe, Gesang und Harfe
Ozan Karagöz, Gesang
Mara Winter, Flöten und Gesang
Félix Verry, Fidel

www.moirai-ensemble.com
www.facebook.com/moiraiensemble

Ensemble Rumorum

– Musik

Rumorum, unter der Leitung von Grace Newcombe, ist ein gemischtes Vokal- und Instrumentalensemble, welches sich auf Musik aus dem 12. bis 15. Jahrhundert spezialisiert hat.

Unter anderem hat Rumorum, seit der Gründung im Jahre 2015, zwei Preise vom York International Young Artists Competition ergattert (2017), eine Tournee durch die Niederlande zum Festival Oude Muziek durchgeführt (2018) und wurde als Emerging European Ensemble im Rahmen des EEEmerging-Programms ausgewählt (2018-heute).

Besetzung Klangraum Dobra 2019 (Partnerprojekt Ensemble Moirai und Ensemble Rumorum):
Hanna Marti, Gesang und Harfe
Grace Newcombe, Gesang und Harfe
Ozan Karagöz, Gesang
Mara Winter, Flöten und Gesang
Félix Verry, Fidel

www.rumorum.com
www.facebook.com/rumorum